Das Älterwerden bringt viele Veränderungen mit sich, die sowohl für den älterwerdenden Menschen als auch für die Angehörigen herausfordernd sein können. Demenz lässt sich nicht sicher verhindern. Das persönliche Risiko kann jedoch durch die Beeinflussung bestimmter Risikofaktoren reduziert werden. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung,
die Behandlung von Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes, der Verzicht auf Rauchen sowie soziale und geistige Aktivität. [1]
Risikofaktoren für Demenz
Der größte Risikofaktor für Demenz ist das Alter. Gegen diesen Faktor kann man nichts tun. Auch genetische Faktoren und bestimmte Vorerkrankungen lassen sich nicht oder nur begrenzt beeinflussen. Die weiteren Risikofaktoren bieten hingegen durchaus Stellschrauben. Zu den bekannten beeinflussbaren Risikofaktoren gehören:[2]
- Schwerhörigkeit
- hoher bzw. schädlicher Alkoholkonsum
- Kopfverletzungen
- Depressionen
- Bluthochdruck
- Übergewicht
- Diabetes mellitus
- geringe geistige Aktivität
- wenig soziale Aktivität
- Bewegungsmangel
- Rauchen
- Luftverschmutzung
Auch erhöhte Cholesterinwerte und bestimmte Sehbeeinträchtigungen werden als mögliche beeinflussbare Risikofaktoren diskutiert.
Wer mit einem gesunden Lebenswandel dazu beiträgt, beeinflussbare Risikofaktoren zu reduzieren, kann sein persönliches Demenzrisiko möglicherweise senken. Eine einzelne Maßnahme kann eine Demenz jedoch nicht sicher verhindern. Nach aktuellen Einschätzungen können mehrere beeinflussbare Risikofaktoren zusammen einen relevanten Anteil des Demenzrisikos erklären. Die Prävention ist deshalb nicht nur im hohen Alter, sondern bereits in den mittleren Lebensjahren relevant.[3]
Demenz: Diagnose, Therapien, Verlauf
Demenz vorbeugen durch gesundheitliche Versorgung
Unbehandelter Bluthochdruck, Depressionen und Diabetes mellitus, landläufig Zuckerkrankheit genannt, sind mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden. Zur Vorbeugung ist es deshalb sinnvoll, regelmäßig ärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, um solche Krankheiten erkennen und behandeln zu lassen. Besonders die Kontrolle des Blutdrucks sowie die Behandlung von Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten gehören zu den Maßnahmen, die zur Verringerung des Demenzrisikos beitragen können.
Auch Kopfverletzungen stellen einen Risikofaktor dar und sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Wer beispielsweise für seine körperliche Fitness Fahrrad fährt, sollte deshalb einen Helm tragen.
Eine besondere Bedeutung hat auch die Schwerhörigkeit: Sie wird als Risikofaktor für Demenz beschrieben und kann außerdem dazu führen, dass sich Menschen aus sozialen Situationen zurückziehen. Demenzprävention bedeutet deshalb auch, bei nachlassendem Hörvermögen eine fachärztliche Untersuchung durchführen zu lassen und einen Hörverlust gegebenenfalls mit einer Hörhilfe auszugleichen.[3]
Demenzprävention durch Bewegung
Bewegung hält das Gehirn gesund. Körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung des Gehirns, sie regt Hormone an, die Verbindungen zwischen den Nervenzellen aufzubauen, und stimuliert das Zellwachstum im Lernzentrum des Hirns.[2] Bewegung ist deshalb ein entscheidender Faktor der Demenzprävention.
Jeder darf sich dabei aussuchen, was einem am meisten Spaß macht. Wichtig ist: die Motivation! Auch ein Spaziergang nach dem Essen hilft schon. Empfohlen sind mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche. Wer das durchzieht, profitiert von weiteren positiven Effekten, etwa gegen Bluthochdruck und Übergewicht.[8]
Vorbeugung durch Ernährung
Auch eine gesunde Ernährung hilft, Demenz vorzubeugen. Empfehlenswert sind Gemüse, zuckerarmes Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse. Meiden sollte man rotes Fleisch und Wurst sowie Alkohol und Rauchen. Eine gute Ernährung hat doppelten Nutzen: Sie schützt nicht nur das Gehirn und hält es fit. Sie reduziert zugleich Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und einen zu hohen Cholesterinspiegel.
Prävention durch geistige Fitness
Wer sein Gehirn bis ins Alter geistig aktiv hält, kann möglicherweise dazu beitragen, seine kognitiven Fähigkeiten länger zu erhalten und sein Demenzrisiko zu reduzieren. Studien und Fachinformationen weisen darauf hin, dass geistige Aktivität, Lernen und neue Erfahrungen zur kognitiven Reserve beitragen können.
Bücher oder Zeitung zu lesen, Spiele oder Puzzles zu machen oder etwas Neues zu lernen, beispielsweise eine Fremdsprache oder eine Sportart, sind Möglichkeiten, geistig aktiv zu bleiben. Wichtig ist vor allem, dass die Aktivitäten abwechslungsreich sind und Freude bereiten.
Auch Musik kann geistig aktivieren. Dabei kann sowohl Musikhören als auch das eigene Musizieren eine Möglichkeit sein, sich geistig zu beschäftigen. Abwechslung und neue Erfahrungen können dabei zusätzliche Anregungen bieten. [6]
Auch sich im Alltag ein bisschen zu fordern und mit Routinen zu brechen, ist sinnvoll. Wer ungewohnte Wege geht, neue Orte aufsucht, sich den Einkaufszettel einprägt oder die Zähne mit der ungewohnten Hand putzt, kann sein Gehirn auf ungewohnte Weise fordern. Solche Übungen können geistige Aktivität fördern; sie sind jedoch nicht als einzelne, wissenschaftlich nachgewiesene Methode zur Verhinderung einer Demenz zu verstehen.[6]
Vorbeugung durch sozialen Austausch
Soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe gehören ebenfalls zu den Faktoren, die mit der geistigen Gesundheit und dem Demenzrisiko in Verbindung stehen. Wenig soziale Aktivität bzw. soziale Isolation werden als beeinflussbare Risikofaktoren beschrieben. Die wissenschaftliche Evidenz für einzelne Maßnahmen zur sozialen Aktivierung ist allerdings weniger eindeutig als beispielsweise für körperliche Aktivität.[4]
Gerade ältere Menschen, die vielleicht schon ihren Partner verloren haben oder deren Kinder stark eingespannt sind, können Gefahr laufen zu vereinsamen. Andere Menschen anzusprechen, ihnen Hilfe anzubieten, einem Sportverein oder Chor beizutreten oder an Gruppenaktivitäten teilzunehmen – das alles sind Möglichkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben und damit soziale Aktivität und geistige Anregung zu fördern.
Fazit
Demenz lässt sich zwar nicht vollständig verhindern, aber das persönliche Risiko kann durch einen gesunden Lebensstil und die Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren möglicherweise gesenkt werden. Regelmäßige medizinische Vorsorge, ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität und soziale Kontakte sind wichtige Bestandteile der Prävention. Empfehlenswert ist es, bereits in der Lebensmitte auf die eigene körperliche und geistige Gesundheit zu achten.
Wenn Sie unsicher sind, ob bei Ihnen bestimmte Risikofaktoren vorliegen, können Sie diese mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt besprechen. Insbesondere bestehender Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Hörverlust oder depressive Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.
Quellen
[1]Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (o. D.): Ausprägungen, Ursachen und Prävention. Online verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ [abgerufen am 25.09.2026].
[2]Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (o. D.): Was können Sie tun, um Demenz vorzubeugen? Online verfügbar unter: https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/ [abgerufen am 25.09.2026].
[3]Stiftung Gesundheitswissen (o. D.): Lässt sich Demenz vorbeugen? Online verfügbar unter: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/ [abgerufen am 25.09.2026].
[4]Ärzte Zeitung (o. D.): 20 Empfehlungen zur Demenz-Prävention. Online verfügbar unter: https://www.aerztezeitung.de/ [abgerufen am 25.09.2026].
[5]Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2019): Risk reduction of cognitive decline and dementia: WHO guidelines. Online verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550543 [abgerufen am 25.09.2026].
[6]Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) (o. D.): Demenz & Alzheimer vorbeugen: Hirngesundheit stärken. Online verfügbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de/ [abgerufen am 25.09.2026].
[7]Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) (o. D.): Geistige Fitness im Alter: Demenz vorbeugen mit Übungen. Online verfügbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de/ [abgerufen am 25.09.2026].
[8]Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) (o. D.): Geistige Fitness im Alter: Bewegung und Demenz: Wie Sport das Gehirn schützt. Online verfügbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de [abgerufen am 25.09.2026].